Birgit Müller-Wieland
Lyrik
Was ich sehe 1
schwimmt durch die Zeit, stellt sich
dem Licht
der Leere
Weit gereist, kein Schiff, nur ein Sege
zart vom Wundern
rauh
erweist du
wannseegrau
meinem Raum die Ehre
Was ich sehe 2
Diese Türen stürzen
die Jahrzehnte entlang
Diese Türen stürzen
die Jahrzehnte entlang in unsere Köpfe
hinein stürzen in den Schwamm
unserer Tage unserer dichtbesiedelten
Alltage stürzen vorbei
am Vergessen landen
diese Türen hier bei uns sind
unverschlossen ganz und gar
keine Türen sind das sind ja
Rahmen von Türen was sehen
wir was schaut zurück das
ist die übliche Frage die nach
Grenzen die Frage
nach Durchblick und Luft
vor allem der Luft
unserer Tage
die Jahrzehnte entlang weht sie
die Frage weht zurück
Einblick - Ausblick
Bild 1
Da vergnügen sich zwei die
halten sich fest der eine hüpft
ein bißchen hoch der andre
aber läßt nicht los
Bild 2
Es ist dieser hohe sirrende Ton
dieses beispiellose Knacken
eh das Schwanken kommt
dieser gefügige Tanz der
himmelumwehten
Häuser
bevor
Bild 3
Wir sind offen kommt her steckt eure Dinger
hier rein wir sind auf play bitte sehr aus Pappe
ist hier niemand wir halten alle Bilder aus wir sind frei
wir sind Gottes glückliche Schlitze wir schlucken
was ihr wollt Worte Scheine Karten Disketten
wir geben euch alles Laufwerk - ach, laß stecken! –
alles alles was euch gebührt